Einen für mich fast ganz neuen Typus Instrument durfte ich in Bad Wimpfen kennenlernen. Wobei: eigentlich kann man dieses Instrument gar nicht in eine Schublade stecken. Diese Tatsache rührt aus einer etwas verquickten Entstehungsgeschichte, einem benediktinischen Orgelsachverständigen, der kurz vor der Einweihung mit 90 verstarb, einem ambitionierten Organisten und Ingenieur und einem Orgelbaumeister, der sich zusammen mit seinem Zulieferer auf die Experimente einließ und für die elektronische Steuerung hier einen Prototyp baute.

Klanglich gesehen besitzt die Orgel nun zwei Hauptwerke: ein barock gehaltenes oberhalb dem Chorgestühl stehend und eines des deutsch-romantischen Symphonik verpflichtet dahinter an der nördlichen Stirnwand des Querhauses. Dazu gesellt sich ein Echowerk, das im Wesentlichen aus leisen Streichern auch in hohen Lagen und ein Pedal, das aus einem Subbaß und jeder Menge Tranmissionen besteht.

Vier Jahre lang habe ich mit diesem Instrument doch so einiges erlebt: tolle Stunden in Konzerten, der wöchentlichen Stunde der Orgelmusik (die ich zur Hälfte selbst bestritt) und der Matinee, in den Sonntäglichen Hochämtern und an den Feiertagen. Aber auch viel Nervenaufreibendes, wenn die Elektronik wieder einmal streikte